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Welche Rolle spielen Vorerkrankungen bei der BU?

Vorerkrankungen können eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) erschweren, verteuern oder in bestimmten Fällen zum Ausschluss einzelner Erkrankungen führen. Ob und in welchem Umfang das der Fall ist, hängt von der Art der Erkrankung, ihrem Verlauf und dem jeweiligen Versicherer ab. Die folgenden Fragen beleuchten, worauf Sie bei der Antragstellung achten sollten und welche Handlungsmöglichkeiten es trotz Vorerkrankungen gibt.

Welche Erkrankungen führen am häufigsten zu einem Ausschluss?

Zu den Erkrankungen, die bei der Antragsprüfung einer Berufsunfähigkeitsversicherung am häufigsten zu Leistungsausschlüssen oder Beitragszuschlägen führen, zählen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Bandscheibenvorfälle oder chronische Rückenleiden sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Diabetes, Krebserkrankungen in der Vorgeschichte und neurologische Erkrankungen werden von Versicherern besonders sorgfältig geprüft.

Das bedeutet nicht zwingend, dass ein Antrag vollständig abgelehnt wird. Versicherer reagieren auf solche Vorerkrankungen häufig mit einem sogenannten Risikoausschluss: Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird abgeschlossen, leistet aber nicht, wenn die Berufsunfähigkeit auf die ausgeschlossene Erkrankung zurückzuführen ist. In anderen Fällen wird ein Beitragszuschlag erhoben, der das erhöhte Risiko im Preis widerspiegelt.

Wichtig ist, dass die Bewertung einer Vorerkrankung immer im Einzelfall zu prüfen ist. Zwei Personen mit derselben Diagnose können bei verschiedenen Versicherern sehr unterschiedliche Angebote erhalten, abhängig von Schweregrad, Behandlungsverlauf und dem Zeitpunkt der letzten Behandlung.

Wie bewertet ein Versicherer Vorerkrankungen bei der Antragsprüfung?

Bei der Antragsprüfung einer BU-Versicherung bewertet der Versicherer Vorerkrankungen anhand der Gesundheitsfragen im Antrag. Diese Fragen beziehen sich in der Regel auf einen definierten Zeitraum, häufig die letzten fünf bis zehn Jahre, und fragen nach Diagnosen, Behandlungen, Medikamenten und Krankenhausaufenthalten. Auf Basis Ihrer Angaben entscheidet der Versicherer, ob er das Risiko zu Standardkonditionen, mit Zuschlag, mit Ausschluss oder gar nicht übernimmt.

Der Prüfungsprozess läuft in mehreren Schritten ab:

  • Gesundheitsfragen beantworten: Sie geben im Antrag vollständig und wahrheitsgemäß Auskunft über Ihren Gesundheitszustand.
  • Risikoprüfung durch den Versicherer: Der Versicherer bewertet die Angaben intern, teils mithilfe von Ärzten oder Rückversicherern.
  • Anforderung weiterer Unterlagen: Bei unklaren Angaben kann der Versicherer ärztliche Atteste, Befundberichte oder eine Schweigepflichtentbindung anfordern.
  • Entscheidung: Der Versicherer teilt mit, ob er den Antrag annimmt, einen Zuschlag erhebt, einen Ausschluss formuliert oder den Antrag ablehnt.

Vor dem offiziellen Antrag besteht die Möglichkeit, eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern zu stellen. Dabei wird geprüft, zu welchen Konditionen ein Abschluss grundsätzlich möglich wäre, ohne dass eine Ablehnung in der Versicherungsdatenbank gespeichert wird. Das ist ein relevanter Schritt, den ein unabhängiger Versicherungsmakler für Sie übernehmen kann.

Was passiert, wenn man Vorerkrankungen im Antrag verschweigt?

Wer Vorerkrankungen im Antrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung verschweigt oder unvollständig angibt, riskiert im Leistungsfall den Verlust des Versicherungsschutzes. Der Versicherer kann den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten oder wegen einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vom Vertrag zurücktreten. In beiden Fällen würde keine Leistung erbracht, obwohl Beiträge gezahlt wurden.

Die vorvertragliche Anzeigepflicht verpflichtet Antragsteller dazu, alle gestellten Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten. Dabei gilt: Sie müssen nur das angeben, was tatsächlich gefragt wird. Erkrankungen, die außerhalb des abgefragten Zeitraums liegen oder nach dem Wortlaut der Frage nicht relevant sind, müssen nicht angegeben werden. Dennoch sollten Sie im Zweifel lieber mehr angeben als zu wenig und sich dabei von einem Fachmann begleiten lassen.

Besonders heikel ist die Situation, wenn eine Berufsunfähigkeit genau auf eine verschwiegene Erkrankung zurückzuführen ist. In einem solchen Fall könnte der Versicherer die Leistung vollständig verweigern und den Vertrag rückwirkend anfechten. Das finanzielle und rechtliche Risiko liegt damit vollständig beim Versicherungsnehmer.

Gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung?

Ja, eine Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung ist in vielen Fällen möglich. Die Konditionen variieren je nach Art und Schwere der Erkrankung sowie dem jeweiligen Versicherer erheblich. Manche Vorerkrankungen führen lediglich zu einem Ausschluss bestimmter Ursachen, andere zu einem Beitragszuschlag, und in manchen Fällen ist ein Abschluss zu Standardkonditionen trotz Vorerkrankung realisierbar.

Folgende Wege können sich für Personen mit Vorerkrankungen als sinnvoll erweisen:

  • Anonyme Voranfrage: Vor dem offiziellen Antrag prüfen mehrere Versicherer anonym, zu welchen Konditionen ein Abschluss möglich wäre. So vermeiden Sie Ablehnungen, die in der Versicherungsdatenbank gespeichert werden.
  • Vergleich verschiedener Versicherer: Die Risikoprüfung unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter erheblich. Was bei einem Versicherer zur Ablehnung führt, kann bei einem anderen mit einem moderaten Zuschlag versehen werden.
  • Alternativen prüfen: Wenn eine klassische BU-Versicherung nicht oder nur zu sehr ungünstigen Konditionen möglich ist, können Alternativen wie eine Grundfähigkeitsversicherung oder eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung in Betracht gezogen werden. Diese haben in der Regel weniger strenge Gesundheitsprüfungen, bieten aber auch einen anderen Leistungsumfang.

Ob und welche Absicherung für Ihre individuelle Situation infrage kommt, lässt sich nur im persönlichen Gespräch klären. Pauschale Aussagen zur Versicherbarkeit bei Vorerkrankungen sind nicht möglich.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Abschluss einer BU-Versicherung?

Als Faustregel gilt: Je früher, desto besser. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung in jungen Jahren und in gutem Gesundheitszustand abschließt, profitiert in der Regel von günstigeren Konditionen und einer unkomplizierteren Gesundheitsprüfung. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Vorerkrankungen aufgetreten sind, die die Antragsprüfung erschweren.

Besonders relevante Zeitpunkte für den Abschluss einer BU-Versicherung sind:

  • Berufseinsteiger und Auszubildende: In dieser Lebensphase ist der Gesundheitszustand häufig noch unbelastet. Gleichzeitig ist das Einkommen, das es abzusichern gilt, noch im Aufbau.
  • Studium: Viele Versicherer bieten Studierenden die Möglichkeit, eine BU-Versicherung zu besonderen Konditionen abzuschließen. Das kann sich lohnen, da das Berufsbild noch nicht feststeht und spätere Anpassungen möglich sind.
  • Berufliche Veränderungen: Ein Wechsel in einen körperlich weniger belastenden Beruf kann sich positiv auf die Konditionen auswirken. Umgekehrt kann ein Wechsel in einen risikoreichen Beruf die Prämien erhöhen.
  • Vor dem Auftreten von Erkrankungen: Wer weiß, dass in seiner Familie bestimmte Erkrankungen häufig auftreten, sollte nicht warten, bis erste Symptome auftreten.

Wer den richtigen Zeitpunkt verpasst hat oder bereits mit Vorerkrankungen konfrontiert ist, sollte sich nicht entmutigen lassen. Auch dann gibt es häufig noch Möglichkeiten, einen sinnvollen Schutz aufzubauen. Wichtig ist, die Optionen sorgfältig zu prüfen und nicht vorschnell auf eine Absicherung zu verzichten.

Wie assekuron bei der Berufsunfähigkeitsversicherung mit Vorerkrankungen unterstützt

Das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung und Vorerkrankungen ist komplex, und pauschale Antworten helfen selten weiter. Wir begleiten Sie als unabhängiger Makler durch den gesamten Prozess, von der ersten Einschätzung bis zur Antragstellung.

  • Anonyme Voranfragen: Wir stellen für Sie anonyme Risikovoranfragen bei mehreren Versicherern, damit keine Ablehnungen in der Versicherungsdatenbank gespeichert werden.
  • Marktüberblick: Durch die Zusammenarbeit mit rund 600 Versicherern können wir die Konditionen verschiedener Anbieter vergleichen und das für Ihre Situation passende Konzept herausarbeiten.
  • Vollständige Begleitung bei der Gesundheitsprüfung: Wir helfen Ihnen, die Gesundheitsfragen korrekt und vollständig zu beantworten, um spätere Probleme im Leistungsfall zu vermeiden.
  • Alternativen aufzeigen: Wenn eine klassische BU-Versicherung nicht möglich ist, prüfen wir gemeinsam mit Ihnen alternative Absicherungskonzepte.

Als assekuron Privatkunden-Beratung stehen wir Ihnen in Aachen und Umgebung persönlich zur Seite. Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten für Ihre individuelle Situation bestehen, freuen wir uns auf ein Beratungsgespräch.

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar — für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung sprechen wir gern persönlich mit Ihnen.

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