Aufgeschlagene Versicherungsmappe mit rotem Stift auf weißem Schreibtisch, kleiner grüner Topfpflanze und warmem Tageslicht.

Welche Fehler sollte man beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung vermeiden?

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) passieren immer wieder dieselben Fehler: unvollständige Gesundheitsangaben, eine zu niedrig gewählte Rente, ungünstige Vertragsklauseln und ein zu später Abschluss. Diese Fehler können im Leistungsfall dazu führen, dass der Versicherer die Zahlung verweigert oder die Absicherung nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu sichern. Die folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Fallstricke bei der BU-Versicherung und zeigen, worauf Sie beim Abschluss achten sollten.

Welche Angaben in der Gesundheitsprüfung sind wirklich relevant?

Bei der Gesundheitsprüfung sind alle Angaben relevant, nach denen der Versicherer im Antragsformular ausdrücklich fragt. Das gilt auch für Beschwerden, die scheinbar harmlos oder längst ausgeheilt erscheinen. Unvollständige oder fehlerhafte Angaben zählen zu den häufigsten Fehlern beim Abschluss einer BU-Versicherung und können im Leistungsfall zur Anfechtung des Vertrags führen.

Viele Menschen unterschätzen, wie weit die Gesundheitsfragen reichen. Typischerweise fragen Versicherer nach Arztbesuchen, Diagnosen, Medikamenten und Behandlungen der vergangenen fünf bis zehn Jahre. Auch Beschwerden, für die keine offizielle Diagnose gestellt wurde, können relevant sein, wenn sie dokumentiert sind. Wer hier unvollständig antwortet, riskiert eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung.

Wichtig ist: Angaben sollten weder übertrieben noch verharmlost werden. Ziel ist eine vollständige und wahrheitsgemäße Darstellung des Gesundheitszustands. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, vor dem Antrag eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern zu stellen, um zu prüfen, zu welchen Konditionen ein Vertrag möglich ist. Ob und wie Vorerkrankungen bewertet werden, lässt sich pauschal nicht sagen und ist im Einzelfall zu prüfen.

Warum ist die Höhe der BU-Rente so entscheidend?

Die Höhe der BU-Rente ist wichtig, weil sie im Leistungsfall Ihren Lebensunterhalt sichern soll. Eine zu niedrig gewählte Rente ist einer der häufigsten Fehler bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Als Faustregel gilt: Die monatliche BU-Rente sollte mindestens 70 bis 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens abdecken, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Viele Verträge werden mit einer zu geringen Absicherung abgeschlossen, weil der Beitrag dadurch niedriger ausfällt. Im Leistungsfall zeigt sich dann, dass die Rente nicht ausreicht, um laufende Kosten wie Miete, Kredite oder Versicherungsbeiträge zu decken. Hinzu kommt, dass staatliche Leistungen wie die Erwerbsminderungsrente in vielen Fällen deutlich geringer ausfallen als erwartet.

Achten Sie außerdem auf eine Nachversicherungsgarantie im Vertrag. Diese ermöglicht es, die vereinbarte Rente bei bestimmten Lebensereignissen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen. So bleibt Ihre Absicherung auch bei veränderten Lebensumständen passend.

Was bedeutet die abstrakte Verweisung im BU-Vertrag?

Die abstrakte Verweisung ist eine Vertragsklausel, die dem Versicherer erlaubt, eine Leistung zu verweigern, wenn der Versicherte theoretisch in einem anderen Beruf arbeiten könnte, auch wenn er diesen Beruf tatsächlich nicht ausübt. Diese Klausel gilt als einer der größten Fallstricke bei der BU-Versicherung und sollte in modernen Verträgen nicht mehr enthalten sein.

Ein Beispiel: Wer als Chirurg berufsunfähig wird, könnte laut abstrakter Verweisung auf eine Bürotätigkeit verwiesen werden. Der Versicherer müsste dann keine Rente zahlen, obwohl der ursprüngliche Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Qualitativ hochwertige BU-Verträge verzichten heute auf diese Klausel und stellen stattdessen auf den zuletzt ausgeübten Beruf ab.

Prüfen Sie beim Vertragsvergleich daher ausdrücklich, ob eine abstrakte Verweisung ausgeschlossen ist. Achten Sie auf Formulierungen wie „Verzicht auf abstrakte Verweisung“ oder „Leistung bezogen auf den zuletzt ausgeübten Beruf“. Diese Punkte gehören zu den Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung, die den größten Einfluss auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Vertrags haben.

Wann sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte möglichst früh abgeschlossen werden, idealerweise in jungen Jahren und in guter Gesundheit. Als Faustregel gilt: Je früher der Abschluss, desto günstiger der Beitrag und desto geringer das Risiko, aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt oder mit Ausschlüssen belegt zu werden.

Besonders relevant ist ein früher Abschluss für Berufseinsteiger, Studierende und Auszubildende. In dieser Lebensphase ist der Gesundheitszustand in der Regel gut, und der Beitrag wird auf Basis des Eintrittsalters für die gesamte Vertragslaufzeit festgelegt. Wer den Abschluss aufschiebt, zahlt nicht nur mehr, sondern riskiert auch, dass zwischenzeitliche Erkrankungen die Versicherbarkeit einschränken.

Auch wer bereits im Berufsleben steht und noch keine BU-Versicherung hat, sollte nicht weiter warten. Jedes Jahr ohne Absicherung ist ein Risiko, das im Ernstfall erhebliche finanzielle Folgen haben kann. Der richtige Zeitpunkt ist daher immer: so früh wie möglich.

Welche Vertragsklauseln sind bei der BU-Versicherung besonders wichtig?

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sind mehrere Vertragsklauseln wichtig, die über die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Vertrags entscheiden. Neben dem Verzicht auf abstrakte Verweisung gehören dazu die Definition der Berufsunfähigkeit, die Nachversicherungsgarantie und die Regelungen zur rückwirkenden Leistung.

Definition der Berufsunfähigkeit

Achten Sie darauf, ab welchem Grad der Berufsunfähigkeit der Versicherer leistet. Gängig ist eine Leistungspflicht ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit. Verträge, die erst bei einem höheren Grad leisten, bieten weniger Schutz. Außerdem sollte die Definition auf den zuletzt ausgeübten Beruf in seiner konkreten Ausgestaltung abstellen, nicht auf eine allgemeine Berufsgruppe.

Rückwirkende Leistung und Meldefristen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die rückwirkende Leistung. Gute Verträge zahlen die BU-Rente rückwirkend ab dem Zeitpunkt, an dem die Berufsunfähigkeit eingetreten ist, auch wenn die Meldung erst später erfolgt. Verträge mit kurzen Meldefristen oder ohne rückwirkende Leistung können dazu führen, dass Ihnen Rentenzahlungen entgehen. Prüfen Sie außerdem, ob eine Beitragsbefreiung im Leistungsfall vereinbart ist, damit Sie im Ernstfall keine Beiträge mehr zahlen müssen.

Sollte man die BU-Versicherung mit einer Lebensversicherung kombinieren?

Eine Kombination aus BU-Versicherung und Lebensversicherung ist in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. Wer beide Absicherungen in einem Vertrag bündelt, verliert Flexibilität: Kündigt man einen Teil, ist oft der gesamte Vertrag betroffen. Experten raten daher überwiegend dazu, beide Absicherungen getrennt abzuschließen.

Der Hauptnachteil einer Kombination liegt in der gegenseitigen Abhängigkeit. Wenn sich Ihre Lebenssituation ändert und Sie die Lebensversicherung anpassen oder kündigen möchten, kann das direkte Auswirkungen auf Ihren BU-Schutz haben. Umgekehrt gilt dasselbe. Separate Verträge lassen sich unabhängig voneinander anpassen, was langfristig mehr Gestaltungsspielraum bietet.

Es gibt Situationen, in denen eine Kombination dennoch geprüft werden kann, etwa wenn steuerliche Aspekte eine Rolle spielen. Hier gilt jedoch: Die individuelle Steuersituation ist entscheidend, und eine pauschale Aussage lässt sich nicht treffen. Im Einzelfall sollte eine persönliche Beratung klären, welche Struktur für Ihre Situation sinnvoll ist.

Wie assekuron beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung unterstützt

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den Absicherungen, bei denen die Vertragsdetails den größten Unterschied machen. Wir bei assekuron begleiten Sie durch diesen Prozess mit dem Ziel, ein Absicherungskonzept zu entwickeln, das wirklich zu Ihrer Lebenssituation passt.

  • Wir führen anonyme Risikovoranfragen bei mehreren Versicherern durch, bevor Sie einen Antrag stellen, um Ihre Versicherbarkeit zu prüfen, ohne Spuren in Ihrer Versicherungshistorie zu hinterlassen.
  • Wir vergleichen Vertragsklauseln aus dem Angebot von rund 600 Versicherern und achten dabei auf die für Sie relevanten Punkte: Verzicht auf abstrakte Verweisung, Nachversicherungsgarantie, rückwirkende Leistung und die Definition der Berufsunfähigkeit.
  • Wir helfen Ihnen, die richtige Rentenhöhe zu ermitteln, die Ihren tatsächlichen Bedarf abdeckt, ohne unnötige Kosten zu verursachen.
  • Wir unterstützen Sie im Leistungsfall bei der Schadenmeldung und der Korrespondenz mit dem Versicherer, damit Sie sich auf Ihre Genesung konzentrieren können.

Wenn Sie Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung haben oder Ihre bestehende Absicherung überprüfen möchten, stehen wir Ihnen gern für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar — für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung sprechen wir gern persönlich mit Ihnen.

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