
30 Juli Wann brauche ich Krankentagegeld und wann eine BU-Versicherung?
Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sichern beide den Fall ab, dass Sie durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten können. Der wesentliche Unterschied liegt im Zeithorizont: Krankentagegeld überbrückt kurzfristige Arbeitsunfähigkeit, während die BU langfristige oder dauerhafte Einkommensverluste absichert. Welche Absicherung Sie benötigen, hängt von Ihrer beruflichen Situation, Ihrem Einkommen und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft ab. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, die beiden Konzepte klar voneinander abzugrenzen.
Was zahlt Krankentagegeld und was zahlt eine BU-Versicherung?
Krankentagegeld ersetzt einen Teil Ihres Einkommens, wenn Sie vorübergehend arbeitsunfähig erkranken und Ihr reguläres Gehalt oder Ihre Lohnfortzahlung ausläuft. Die BU-Versicherung hingegen zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie dauerhaft oder langfristig nicht mehr in der Lage sind, Ihren Beruf auszuüben. Beide Konzepte schließen eine Lücke, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Konkret bedeutet das: Wer als Angestellter erkrankt, erhält zunächst sechs Wochen lang Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Danach springt die gesetzliche Krankenkasse mit Krankengeld ein, das jedoch deutlich unter dem bisherigen Nettoeinkommen liegt. Krankentagegeld aus einer privaten Zusatzversicherung schließt genau diese Differenz. Es ist also ein Instrument zur kurzfristigen Einkommenssicherung.
Die BU-Versicherung greift in einem anderen Szenario: Wenn eine Erkrankung oder ein Unfall so schwerwiegend ist, dass Sie Ihren Beruf für einen längeren Zeitraum oder dauerhaft nicht mehr ausüben können, zahlt die BU eine monatliche Rente. Diese Rente soll Ihren Lebensunterhalt langfristig sichern, unabhängig davon, ob Sie theoretisch eine andere Tätigkeit ausüben könnten.
Ab wann greift das Krankentagegeld bei Krankheit?
Krankentagegeld greift in der Regel ab dem Zeitpunkt, an dem die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers endet, also typischerweise ab der siebten Krankheitswoche. Bei Selbstständigen und Freiberuflern, die keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben, kann Krankentagegeld bereits ab dem ersten oder zweiten Krankheitstag vereinbart werden.
Für gesetzlich Versicherte ist das Krankengeld der Krankenkasse zwar vorhanden, aber es ist auf einen bestimmten Prozentsatz des Bruttoeinkommens begrenzt und endet nach 78 Wochen innerhalb von drei Jahren bei derselben Erkrankung. Wer sein Nettoeinkommen vollständig absichern möchte, schließt eine private Krankentagegeldversicherung ab, die die Differenz zwischen Krankengeld und tatsächlichem Einkommensbedarf ausgleicht.
Wichtig zu verstehen: Krankentagegeld ist eine zeitlich begrenzte Leistung. Es sichert Sie während einer Erkrankungsphase ab, geht aber davon aus, dass Sie danach wieder arbeitsfähig werden. Sobald eine dauerhafte Einschränkung der Berufsfähigkeit festgestellt wird, ist die BU-Versicherung das relevante Konzept.
Ab wann gilt man als berufsunfähig im Sinne der BU-Versicherung?
Als berufsunfähig im Sinne einer BU-Versicherung gilt in der Regel, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf aufgrund von Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich dauerhaft zu einem bestimmten Grad nicht mehr ausüben kann. Die genaue Definition variiert je nach Versicherungsbedingungen, aber als Faustregel gilt häufig eine Einschränkung der Berufsfähigkeit von mindestens 50 Prozent.
Dabei kommt es auf den konkreten Beruf an, den Sie zuletzt ausgeübt haben. Die BU-Versicherung schützt Sie in Ihrem spezifischen Tätigkeitsfeld. Das bedeutet: Ein Chirurg, der aufgrund einer Erkrankung keine Operationen mehr durchführen kann, gilt als berufsunfähig, auch wenn er theoretisch noch andere ärztliche Tätigkeiten ausüben könnte. Ob eine sogenannte abstrakte Verweisung auf andere Berufe möglich ist, hängt von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab und sollte im Einzelfall geprüft werden.
Die Feststellung der Berufsunfähigkeit ist ein medizinischer und versicherungsrechtlicher Prozess. Ärztliche Gutachten, Tätigkeitsbeschreibungen und Versicherungsbedingungen spielen dabei zusammen. Genau deshalb ist eine sorgfältige Auswahl des Absicherungskonzepts und eine professionelle Begleitung im Leistungsfall so relevant.
Brauche ich beide Versicherungen gleichzeitig?
Ja, für viele Berufstätige ist es sinnvoll, sowohl Krankentagegeld als auch eine BU-Versicherung zu haben, weil sie unterschiedliche Zeiträume und Szenarien abdecken. Krankentagegeld sichert die ersten Monate einer Erkrankung ab, die BU greift bei langfristiger oder dauerhafter Berufsunfähigkeit. Ohne Krankentagegeld entsteht eine Lücke in der Übergangsphase.
Besonders relevant ist diese Kombination für Selbstständige und Freiberufler, die weder Lohnfortzahlung noch gesetzliches Krankengeld in ausreichender Höhe erhalten. Aber auch für Angestellte mit einem höheren Einkommen kann die Kombination sinnvoll sein, da das gesetzliche Krankengeld nach oben begrenzt ist.
Ob beide Konzepte für Ihre Situation notwendig sind, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Ihrer beruflichen Stellung (Angestellter, Selbstständiger, Beamter)
- Ihrem Einkommensniveau und dem Umfang gesetzlicher Absicherung
- Vorhandenen Rücklagen, die eine Übergangsphase überbrücken könnten
- Ihrer familiären Situation und den damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen
Diese Faktoren lassen sich nur im persönlichen Gespräch sinnvoll bewerten. Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht.
Wer sollte vorrangig eine BU-Versicherung abschließen?
Eine BU-Versicherung ist besonders relevant für Personen, deren Arbeitskraft die wichtigste Einkommensquelle darstellt und die im Fall einer dauerhaften Berufsunfähigkeit keine ausreichende staatliche Absicherung erhalten. Das betrifft vor allem Berufseinsteiger, Selbstständige, Freiberufler und alle, die körperlich oder psychisch anspruchsvolle Berufe ausüben.
Als Faustregel gilt: Je früher Sie eine BU-Versicherung abschließen, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge und desto geringer ist das Risiko, aufgrund von Vorerkrankungen Einschränkungen beim Versicherungsschutz zu erhalten. Junge, gesunde Berufseinsteiger profitieren daher besonders von einem frühen Abschluss.
Personen mit körperlich belastenden Berufen, wie Handwerker oder Pflegekräfte, tragen ein statistisch höheres Risiko, berufsunfähig zu werden. Aber auch Büroberufe sind nicht risikolos: Psychische Erkrankungen gehören laut Branchendaten zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Eine BU-Versicherung ist daher branchenübergreifend relevant, nicht nur für körperlich tätige Menschen.
Wie hoch sollte die Absicherung bei Krankentagegeld und BU sein?
Als Orientierung gilt: Die Absicherung sollte Ihren tatsächlichen monatlichen Finanzbedarf decken, also laufende Kosten wie Miete, Kredite, Lebenshaltung und Vorsorgebeiträge. Konkrete Beträge lassen sich nur individuell ermitteln, da sie von Ihrem Einkommen, Ihren Ausgaben und bestehenden Absicherungen abhängen.
Beim Krankentagegeld orientiert sich die Höhe in der Regel an der Differenz zwischen dem gesetzlichen Krankengeld und Ihrem tatsächlichen Nettoeinkommen. Ziel ist es, keine finanzielle Lücke entstehen zu lassen, die Sie in Ihrer Lebensführung einschränkt.
Bei der BU-Versicherung sollte die monatliche Rente so bemessen sein, dass Sie damit Ihren Lebensunterhalt bestreiten können, ohne auf Ersparnisse zurückgreifen zu müssen. Dabei sollten Sie auch berücksichtigen, dass Sie im Fall der Berufsunfähigkeit weiterhin Beiträge zur Krankenversicherung und gegebenenfalls zur Altersvorsorge aufbringen müssen.
Folgende Punkte helfen bei der Orientierung:
- Ermitteln Sie Ihre monatlichen Fixkosten realistisch und vollständig
- Berücksichtigen Sie bestehende staatliche Leistungen wie Erwerbsminderungsrente
- Planen Sie einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein
- Überprüfen Sie die Absicherungshöhe regelmäßig, besonders nach Gehaltserhöhungen oder veränderten Lebensumständen
Die genaue Höhe der Absicherung ist im Einzelfall zu prüfen und sollte auf Basis einer persönlichen Analyse festgelegt werden.
Wie assekuron bei BU und Krankentagegeld unterstützt
Die Frage, ob Sie Krankentagegeld, eine BU-Versicherung oder beides benötigen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Sie hängt von Ihrer beruflichen Situation, Ihrem Einkommen und Ihren persönlichen Lebensumständen ab. Genau hier setzen wir an.
Als unabhängiger Versicherungsmakler analysieren wir Ihre individuelle Situation und entwickeln ein Absicherungskonzept, das wirklich zu Ihnen passt. assekuron arbeitet dabei mit rund 600 Versicherern zusammen, sodass wir nicht an ein einzelnes Konzept gebunden sind, sondern das für Sie passende heraussuchen können.
- Analyse Ihrer bestehenden Absicherung und Identifikation von Versorgungslücken
- Vergleich geeigneter Konzepte aus einem breiten Anbietermarkt
- Verständliche Erklärung der Versicherungsbedingungen, insbesondere bei BU-Klauseln
- Begleitung im Leistungsfall, von der Meldung bis zur Korrespondenz mit dem Versicherer
- Regelmäßige Überprüfung Ihres Absicherungskonzepts bei veränderten Lebensumständen
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre persönliche Absicherung bei Krankheit und Berufsunfähigkeit aufgestellt ist, nehmen Sie gern ein Beratungsgespräch mit uns auf. Wir sind an vier Standorten in und um Aachen für Sie erreichbar.
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar — für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung sprechen wir gern persönlich mit Ihnen.
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