
08 Okt. Was ist der Unterschied zwischen Risiko- und Sterbegeldversicherung?
Die Risikolebensversicherung und die Sterbegeldversicherung sind zwei grundlegend verschiedene Konzepte: Die Risikolebensversicherung zahlt eine hohe Summe im Todesfall und schützt vor allem Hinterbliebene vor finanziellen Engpässen, während die Sterbegeldversicherung eine kleinere, zweckgebundene Leistung zur Deckung von Bestattungskosten vorsieht. Welches Konzept sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Lebenssituation, Ihren Verpflichtungen und Ihren Zielen ab. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Versicherungssumme, Kosten, Gesundheitsfragen und die Möglichkeit, beide Konzepte zu kombinieren.
Für wen ist welche Versicherung die richtige Wahl?
Die Risikolebensversicherung ist besonders relevant für Menschen, die andere Personen finanziell absichern möchten, etwa Familien mit Kindern, Paare mit gemeinsamen Krediten oder Alleinverdiener. Die Sterbegeldversicherung richtet sich eher an Personen, die sicherstellen möchten, dass ihre Bestattungskosten nicht zur Last für Angehörige werden, unabhängig von familiären Verpflichtungen.
Konkret lässt sich die Zielgruppe beider Konzepte so beschreiben:
Risikolebensversicherung: wann sinnvoll?
Eine Risikolebensversicherung ist sinnvoll, wenn Sie Hinterbliebene haben, die im Todesfall auf Ihr Einkommen angewiesen wären. Typische Situationen, in denen dieses Konzept relevant wird, sind:
- Familien mit minderjährigen Kindern, bei denen ein Elternteil den Hauptteil des Einkommens beisteuert
- Paare, die gemeinsam eine Immobilie finanzieren und einen laufenden Kredit bedienen
- Selbstständige, deren Betrieb im Todesfall abgesichert werden soll
- Personen, die einen Angehörigen finanziell unterstützen
Die Risikolebensversicherung ist in diesen Fällen sinnvoll, weil sie im Ernstfall eine substanzielle Summe bereitstellt, die den Lebensstandard der Hinterbliebenen zumindest vorübergehend sichert. Wer keine Hinterbliebenen hat und keine finanziellen Verpflichtungen gegenüber anderen trägt, braucht dieses Konzept in der Regel nicht.
Sterbegeldversicherung: für wen relevant?
Die Sterbegeldversicherung richtet sich an Personen, die keine große Hinterbliebenenversorgung benötigen, aber sicherstellen möchten, dass die Kosten einer Bestattung gedeckt sind. Besonders relevant ist sie für:
- Ältere Menschen ohne Hinterbliebene, die auf eine Absicherung angewiesen wären
- Personen, die ihren Angehörigen die organisatorische und finanzielle Last einer Beerdigung abnehmen möchten
- Menschen, die aufgrund ihres Alters oder Gesundheitszustands keine Risikolebensversicherung mehr zu vertretbaren Konditionen erhalten
Wichtig zu wissen: Die Sterbegeldversicherung ist kein Ersatz für eine Risikolebensversicherung. Sie erfüllt einen anderen Zweck und deckt einen anderen Bedarf ab.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme jeweils sein?
Bei der Risikolebensversicherung orientiert sich die Versicherungssumme an den finanziellen Verpflichtungen und dem Einkommensausfall, den Hinterbliebene im Todesfall kompensieren müssten. Als Faustregel gilt: Drei bis fünf Jahresgehälter gelten in der Branche häufig als Ausgangspunkt, sind aber im Einzelfall zu prüfen. Bei der Sterbegeldversicherung liegt die Summe deutlich niedriger und orientiert sich an den tatsächlichen Bestattungskosten.
Versicherungssumme bei der Risikolebensversicherung
Die passende Höhe hängt von mehreren Faktoren ab:
- Laufende Kredite: Ein Immobiliendarlehen sollte im Todesfall vollständig abgedeckt sein, damit Hinterbliebene nicht das Haus verkaufen müssen.
- Einkommensersatz: Wie viele Jahre müsste das Einkommen ersetzt werden, bis Kinder selbstständig sind oder der Partner wieder erwerbstätig sein kann?
- Bestehende Absicherungen: Gesetzliche Hinterbliebenenrenten oder andere Vermögenswerte können die benötigte Summe reduzieren.
Eine individuelle Berechnung ist hier wichtig, da pauschale Empfehlungen Ihrer konkreten Situation selten gerecht werden.
Versicherungssumme bei der Sterbegeldversicherung
Bestattungskosten variieren je nach Region, Art der Bestattung und persönlichen Wünschen erheblich. Laut Branchendaten bewegen sich die Gesamtkosten einer Bestattung in Deutschland häufig im vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Versicherungssumme sollte diese realistischen Kosten abdecken, ohne deutlich darüber hinauszugehen, da die Sterbegeldversicherung kein Instrument zur Vermögensbildung ist.
Was kostet eine Risikolebens- oder Sterbegeldversicherung?
Die Kosten beider Konzepte lassen sich nicht pauschal nennen, da sie von individuellen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, Versicherungssumme und Laufzeit abhängen. Generell gilt: Je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind, desto günstiger fallen die Beiträge aus. Wer früh einsteigt, sichert sich langfristig bessere Konditionen.
Für die Risikolebensversicherung spielen folgende Faktoren eine Rolle:
- Alter bei Vertragsabschluss: Jüngere Versicherte zahlen weniger, weil das statistische Risiko geringer ist.
- Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können zu höheren Beiträgen oder Ausschlüssen führen.
- Versicherungssumme: Eine höhere Absicherung bedeutet höhere Beiträge.
- Laufzeit: Längere Vertragslaufzeiten erhöhen den Beitrag.
- Beruf und Hobbys: Risikoreiche Tätigkeiten oder Freizeitaktivitäten können die Kosten beeinflussen.
Bei der Sterbegeldversicherung ist das Alter beim Abschluss ebenfalls ein zentraler Faktor. Da diese Versicherung häufig im höheren Lebensalter abgeschlossen wird, sind die Beiträge im Verhältnis zur Versicherungssumme oft höher als bei der Risikolebensversicherung. Zudem gibt es bei manchen Konzepten eine Wartezeit, in der noch keine volle Leistung ausgezahlt wird. Das Verteuerungsrisiko über die Laufzeit sollten Sie dabei nicht unterschätzen: Ein Beitrag, der heute tragbar wirkt, kann langfristig zur Belastung werden, wenn sich die persönliche finanzielle Situation ändert.
Welche Gesundheitsfragen werden bei beiden Versicherungen gestellt?
Bei der Risikolebensversicherung sind die Gesundheitsfragen in der Regel umfangreicher als bei der Sterbegeldversicherung. Versicherer fragen typischerweise nach Vorerkrankungen, Operationen, Medikamenten und dem allgemeinen Gesundheitszustand der letzten fünf bis zehn Jahre. Bei der Sterbegeldversicherung sind die Gesundheitsfragen oft vereinfacht oder entfallen ganz, was sie für ältere oder vorerkrankte Personen zugänglicher macht.
Im Detail unterscheiden sich die Anforderungen so:
Gesundheitsprüfung bei der Risikolebensversicherung
Da die Versicherungssummen hoch sind, prüfen Versicherer das Risiko sorgfältig. Typische Fragen betreffen:
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen oder psychische Leiden
- Zurückliegende Operationen oder stationäre Krankenhausaufenthalte
- Aktuelle Medikamenteneinnahme
- Raucherstatus
- Body-Mass-Index
Wichtig: Alle Angaben müssen vollständig und wahrheitsgemäß gemacht werden. Wer etwas verschweigt, riskiert, dass der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigert. Eine anonyme Risikovoranfrage über einen unabhängigen Makler kann helfen, vorab zu klären, zu welchen Konditionen ein Abschluss möglich ist, ohne dass die Angaben in einer zentralen Datenbank gespeichert werden.
Gesundheitsprüfung bei der Sterbegeldversicherung
Viele Sterbegeldversicherungen verzichten auf eine ausführliche Gesundheitsprüfung oder beschränken sich auf wenige grundlegende Fragen. Manche Konzepte sind sogar ohne jede Gesundheitsprüfung erhältlich, sogenannte Sofortschutz- oder vereinfachte Annahmekonzepte. Der Nachteil: Diese Konzepte sind häufig teurer oder sehen eine Wartezeit vor, in der nur ein Teil der Versicherungssumme ausgezahlt wird. Im Einzelfall ist zu prüfen, welches Konzept zu Ihrer Situation passt.
Kann man beide Versicherungen gleichzeitig abschließen?
Ja, es ist möglich, eine Risikolebensversicherung und eine Sterbegeldversicherung gleichzeitig zu halten, da sie unterschiedliche Zwecke erfüllen. Eine Kombination kann sinnvoll sein, wenn Sie einerseits Hinterbliebene finanziell absichern möchten und andererseits sicherstellen wollen, dass Bestattungskosten unabhängig davon gedeckt sind.
In der Praxis stellt sich die Frage nach einer Kombination vor allem in diesen Situationen:
- Die Risikolebensversicherung läuft zu einem bestimmten Zeitpunkt aus, etwa wenn Kinder erwachsen sind oder ein Kredit abbezahlt ist. Danach kann eine Sterbegeldversicherung die verbleibende Absicherungslücke schließen.
- Wer in jungen Jahren eine Risikolebensversicherung abschließt und gleichzeitig älteren Angehörigen helfen möchte, deren Bestattungskosten abzusichern, kann für diese Angehörigen eine Sterbegeldversicherung in Betracht ziehen.
- Manche Menschen möchten sicherstellen, dass die Sterbegeldversicherung unabhängig von der Risikolebensversicherung besteht, damit Hinterbliebene die Todesfallleistung nicht für Bestattungskosten aufwenden müssen.
Ob eine Kombination in Ihrer Situation sinnvoll ist, hängt von Ihren konkreten Zielen, Ihrem Budget und Ihrer Lebenssituation ab. Eine pauschale Empfehlung lässt sich hier nicht geben.
Wie assekuron bei Risikolebens- und Sterbegeldversicherung unterstützt
Die Wahl zwischen Risikolebensversicherung und Sterbegeldversicherung oder die Entscheidung für beide ist keine Frage von Standardlösungen. Sie hängt von Ihrer persönlichen Situation, Ihren Verpflichtungen und Ihren Zielen ab. Genau hier setzen wir an.
- Unabhängige Marktübersicht: Wir greifen auf rund 400 Versicherer und Assekuradeure zurück und wählen das Konzept aus, das zu Ihrer Situation passt, ohne an einen bestimmten Anbieter gebunden zu sein.
- Individuelle Bedarfsanalyse: In mehreren Gesprächen lernen wir Ihre persönlichen Ziele und Wünsche kennen, bevor wir ein Absicherungskonzept entwickeln.
- Anonyme Risikovoranfrage: Bei Vorerkrankungen oder Unsicherheiten zur Versicherbarkeit können wir vorab klären, zu welchen Konditionen ein Abschluss möglich ist, ohne dass Ihre Daten in einer zentralen Datenbank gespeichert werden.
- Schadensunterstützung: Sollte der Leistungsfall eintreten, übernehmen wir die Korrespondenz mit dem Versicherer und begleiten Sie durch den gesamten Prozess.
Als assekuron in Aachen begleiten wir Sie von der ersten Orientierung bis zum fertigen Konzept. Wenn Sie wissen möchten, welche Absicherung zu Ihrer Lebenssituation passt, freuen wir uns auf ein Beratungsgespräch.
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar, für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung sprechen wir gern persönlich mit Ihnen.
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