Stethoskop neben einem unterzeichneten Lebensversicherungsvertrag auf einem Eichentisch, Stift quer über das Dokument gelegt.

Risikolebensversicherung mit oder ohne Gesundheitsprüfung: Was ist besser?

Eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung lohnt sich vor allem dann, wenn Vorerkrankungen eine klassische Absicherung erschweren oder unmöglich machen. Wer gesund ist, fährt mit einer vollständigen Gesundheitsprüfung in der Regel besser: Die Beiträge sind niedriger, die Versicherungssummen höher und der Schutz umfassender. Welche Variante für Ihre Situation sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab, die dieser Artikel beleuchtet.

Wann lohnt sich eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung lohnt sich dann, wenn Vorerkrankungen, chronische Leiden oder frühere Krankenhausaufenthalte dazu führen würden, dass ein Versicherer den Antrag ablehnt oder einen so hohen Risikozuschlag verlangt, dass die Absicherung unwirtschaftlich wird. Für gesunde Personen ist diese Variante in der Regel nicht die erste Wahl.

Konkret kann eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung in folgenden Situationen relevant sein:

  • Sie haben eine oder mehrere Vorerkrankungen, die bei einer klassischen Prüfung zu Ablehnung oder Zuschlägen führen würden.
  • Sie benötigen schnell eine Absicherung, etwa weil ein Immobilienkauf unmittelbar bevorsteht und keine Zeit für eine aufwendige Risikoprüfung bleibt.
  • Die benötigte Versicherungssumme ist vergleichsweise gering, sodass die höheren Beiträge dieser Variante noch vertretbar sind.
  • Frühere Anträge wurden bereits abgelehnt und eine erneute Ablehnung soll vermieden werden.

Wichtig zu verstehen ist: Versicherer, die auf eine Gesundheitsprüfung verzichten, tragen ein höheres Risiko. Dieses Risiko gleichen sie durch niedrigere Versicherungssummen und höhere Beiträge aus. Die Risikolebensversicherung bleibt in diesen Fällen sinnvoll, wenn sie die einzige realistische Möglichkeit darstellt, Hinterbliebene finanziell abzusichern.

Welche Nachteile hat eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Die Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung hat gegenüber der klassischen Variante mehrere strukturelle Nachteile: Die Versicherungssummen sind begrenzt, die Beiträge höher und es gelten häufig Wartezeiten sowie eingeschränkte Leistungen in den ersten Vertragsjahren.

Die wichtigsten Nachteile im Überblick:

  • Begrenzte Versicherungssumme: Viele Anbieter ohne Gesundheitsprüfung begrenzen die maximale Todesfallleistung deutlich. Wer eine hohe Absicherung benötigt, etwa zur Absicherung einer großen Baufinanzierung, stößt hier schnell an Grenzen.
  • Höhere Beiträge: Da der Versicherer das individuelle Gesundheitsrisiko nicht kennt, kalkuliert er pauschal mit einem erhöhten Risiko. Das schlägt sich in spürbar höheren Prämien nieder.
  • Wartezeiten: Viele Tarife ohne Gesundheitsprüfung sehen eine Wartezeit von einem bis zu drei Jahren vor. Stirbt die versicherte Person in diesem Zeitraum, wird häufig nur ein Teil der Versicherungssumme oder lediglich die eingezahlten Beiträge ausgezahlt.
  • Eingeschränkte Leistungen bei bestimmten Todesursachen: Manche Konzepte schließen bestimmte Todesursachen in der Anfangsphase aus oder leisten nur eingeschränkt.

Für Personen ohne relevante Vorerkrankungen überwiegen diese Nachteile klar. Wer gesund ist, sollte immer zunächst prüfen, ob eine klassische Risikolebensversicherung mit Gesundheitsprüfung möglich ist, bevor er auf die vereinfachte Variante ausweicht.

Was prüfen Versicherer bei der Gesundheitsprüfung einer Risikolebensversicherung?

Bei der Gesundheitsprüfung einer Risikolebensversicherung fragen Versicherer nach dem aktuellen Gesundheitszustand, früheren Erkrankungen, Krankenhausaufenthalten, laufenden Behandlungen sowie dem Rauch- und Trinkverhalten. Ziel ist es, das individuelle Sterberisiko einzuschätzen und den Beitrag entsprechend zu kalkulieren.

Typische Fragen im Gesundheitsfragebogen umfassen:

  • Bestehende oder frühere Erkrankungen des Herzens, der Gefäße, der Lunge oder anderer Organe
  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen
  • Krebserkrankungen oder Tumore in der Vorgeschichte
  • Operationen und stationäre Krankenhausaufenthalte der letzten fünf bis zehn Jahre
  • Aktuelle Medikamenteneinnahme und laufende Therapien
  • Raucherstatus und Alkoholkonsum
  • Körpergewicht und Körpergröße (Body-Mass-Index)
  • Risikobehaftete Hobbys oder Berufe

Bei höheren Versicherungssummen verlangen Versicherer zusätzlich eine ärztliche Untersuchung oder Laborwerte. Der Umfang der Prüfung steigt also mit der Höhe der beantragten Absicherung. Alle Angaben müssen vollständig und wahrheitsgemäß gemacht werden, da falsche oder unvollständige Angaben im Leistungsfall zur Ablehnung der Zahlung führen können.

Welche Vorerkrankungen führen zur Ablehnung oder zu Risikozuschlägen?

Ob eine Vorerkrankung zur Ablehnung oder zu einem Risikozuschlag führt, ist im Einzelfall zu prüfen und hängt von der Art der Erkrankung, ihrem Verlauf und dem jeweiligen Versicherer ab. Generell erhöhen schwere oder chronische Erkrankungen das Risiko einer Ablehnung oder eines Zuschlags deutlich.

Zu den Erkrankungen, die häufig zu erschwerter Annahme führen, zählen laut Branchenerfahrung unter anderem:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz
  • Krebserkrankungen, abhängig von Art, Stadium und Zeitpunkt der Erkrankung
  • Diabetes mellitus, insbesondere Typ 1
  • Schwere psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen
  • Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose
  • Chronische Lungenerkrankungen wie COPD

Wichtig: Nicht jede Vorerkrankung führt automatisch zur Ablehnung. Viele Versicherer nehmen Antragsteller mit bestimmten Erkrankungen an, verlangen aber einen Risikozuschlag auf den Beitrag oder schließen bestimmte Todesursachen aus. Manche Erkrankungen, die vor Jahren noch zur Ablehnung geführt hätten, werden heute differenzierter bewertet. Ob und zu welchen Konditionen eine Absicherung möglich ist, lässt sich nur durch eine individuelle Anfrage klären.

Wie hoch sind die Beitragsunterschiede zwischen beiden Varianten?

Die Beitragsunterschiede zwischen einer Risikolebensversicherung mit und ohne Gesundheitsprüfung können erheblich sein. Ohne Gesundheitsprüfung zahlen Versicherte in der Regel spürbar mehr für denselben Schutz, weil der Versicherer das unbekannte Risiko pauschal einpreist.

Konkrete Beitragsangaben lassen sich ohne Kenntnis der individuellen Situation nicht seriös nennen. Folgende Faktoren beeinflussen den Beitrag in beiden Varianten:

  • Alter: Je jünger die versicherte Person, desto niedriger der Beitrag. Als Faustregel gilt: Ein früher Abschluss lohnt sich fast immer.
  • Versicherungssumme: Eine höhere Todesfallleistung erhöht den Beitrag entsprechend.
  • Laufzeit: Längere Vertragslaufzeiten führen zu höheren Beiträgen.
  • Gesundheitszustand: Bei der klassischen Variante fließt der individuelle Gesundheitszustand direkt in die Kalkulation ein. Bei der vereinfachten Variante entfällt diese Differenzierung, was für gesunde Personen nachteilig ist.
  • Raucherstatus: Raucher zahlen bei beiden Varianten deutlich mehr als Nichtraucher.

Für gesunde Personen ist die Risikolebensversicherung mit Gesundheitsprüfung fast immer die günstigere Wahl. Für Personen mit Vorerkrankungen kann die vereinfachte Variante trotz höherer Beiträge die einzige zugängliche Option sein, was sie in diesem Fall sinnvoll macht.

Wie findet man die passende Risikolebensversicherung trotz Vorerkrankungen?

Wer trotz Vorerkrankungen eine passende Risikolebensversicherung sucht, sollte nicht beim ersten Anbieter einen Antrag stellen. Jede Ablehnung wird intern dokumentiert und kann spätere Anträge erschweren. Der richtige Weg führt über eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern, bevor ein formeller Antrag gestellt wird.

Folgende Schritte helfen dabei, die Suche strukturiert anzugehen:

  1. Gesundheitshistorie vollständig dokumentieren: Sammeln Sie alle relevanten Unterlagen zu Vorerkrankungen, Behandlungen und Medikamenten. Vollständige Angaben sind Pflicht und schützen vor späteren Problemen im Leistungsfall.
  2. Anonyme Risikovoranfrage stellen: Ein unabhängiger Makler kann bei mehreren Versicherern anonym anfragen, zu welchen Konditionen eine Absicherung möglich wäre. So erhalten Sie einen Marktüberblick, ohne dass eine Ablehnung in Ihrer Akte landet.
  3. Angebote vergleichen: Nicht nur den Beitrag vergleichen, sondern auch Wartezeiten, Ausschlüsse und die Höhe der möglichen Versicherungssumme.
  4. Vereinfachte Annahme prüfen: Manche Versicherer bieten Sonderkonzepte für bestimmte Berufsgruppen oder Gesundheitssituationen an, die eine Absicherung zu vertretbaren Konditionen ermöglichen.
  5. Alternativen in Betracht ziehen: Wenn eine klassische Risikolebensversicherung nicht möglich ist, können je nach Situation andere Absicherungsformen relevant sein, die im Einzelfall zu prüfen sind.

Der wichtigste Grundsatz: Stellen Sie niemals auf eigene Faust mehrere formelle Anträge gleichzeitig. Ablehnungen werden im Versicherungsmarkt bekannt und erschweren künftige Anträge erheblich. Eine professionelle Begleitung durch einen unabhängigen Makler ist hier besonders relevant.

Wie assekuron bei der Risikolebensversicherung unterstützt

Die Suche nach einer passenden Risikolebensversicherung, insbesondere mit Vorerkrankungen, erfordert Marktkenntnisse, Fingerspitzengefühl und Zugang zu vielen Versicherern gleichzeitig. Genau hier setzen wir an.

  • Anonyme Risikovoranfragen: Wir stellen Voranfragen bei mehreren Versicherern, ohne dass ein formeller Antrag gestellt wird. So schützen wir Ihre Versicherungshistorie und verschaffen Ihnen einen realistischen Marktüberblick.
  • Zugang zu einem breiten Versicherernetzwerk: Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Versicherern zusammen und können so auch für schwierigere Risikoprofile passende Konzepte identifizieren.
  • Individuelle Bedarfsanalyse: In mehreren Gesprächen lernen wir Ihre persönliche Situation kennen, bevor wir ein Absicherungskonzept entwickeln. Kein Standardangebot, sondern eine auf Sie zugeschnittene Lösung.
  • Begleitung im Schadensfall: Sollte der Leistungsfall eintreten, übernehmen wir die Korrespondenz mit dem Versicherer und begleiten Sie durch den gesamten Prozess.

Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten für Ihre Situation bestehen, stehen wir Ihnen als assekuron Privatkunden-Team gern zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, um ein erstes Gespräch zu vereinbaren.

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar, für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung sprechen wir gern persönlich mit Ihnen.

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