
01 Juli Wie sichere ich mein Einkommen ab?
Ihr Einkommen abzusichern bedeutet, sich gegen den finanziellen Einbruch zu schützen, der entsteht, wenn Sie durch Krankheit, Unfall oder Berufsunfähigkeit nicht mehr arbeiten können. Die wichtigsten Instrumente dafür sind die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Erwerbsminderungsrente und ergänzende Konzepte wie Grundfähigkeits- oder Dread-Disease-Versicherungen. Welche Kombination für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer Berufsgruppe, Ihrem Gesundheitszustand und Ihren finanziellen Zielen ab. Die folgenden Fragen beleuchten die wichtigsten Aspekte der Einkommensabsicherung Schritt für Schritt.
Welche Risiken bedrohen mein Einkommen wirklich?
Die größten Risiken für Ihr Einkommen sind Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall, längere Arbeitsunfähigkeit sowie der dauerhafte Verlust der Erwerbsfähigkeit. Laut Branchendaten ist Berufsunfähigkeit häufiger auf psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats zurückzuführen als auf Unfälle. Das bedeutet: Das Risiko trifft nicht nur körperlich anspruchsvolle Berufe.
Viele Menschen unterschätzen, wie schnell ein Einkommensausfall die eigene Lebensplanung gefährdet. Laufende Kosten wie Miete, Kredite oder Unterhaltsverpflichtungen laufen weiter, auch wenn das Gehalt ausbleibt. Besonders für Selbstständige, Freiberufler und Berufseinsteiger ohne nennenswerte Rücklagen kann ein solcher Einbruch existenzbedrohend werden.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko, das oft übersehen wird: die Lücke zwischen dem letzten Arbeitstag und dem Beginn staatlicher Leistungen. Diese Übergangszeit kann Monate dauern und ist im Einzelfall zu prüfen.
Was leistet die gesetzliche Absicherung im Ernstfall?
Die gesetzliche Absicherung bietet im Ernstfall eine Grundversorgung, die in den meisten Fällen nicht ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Gesetzlich Versicherte erhalten bei Krankheit zunächst Krankengeld, das zeitlich begrenzt ist. Wer dauerhaft nicht mehr arbeiten kann, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.
Das Problem: Die Erwerbsminderungsrente fällt in der Regel deutlich niedriger aus als das bisherige Nettoeinkommen. Wer erst wenige Jahre ins Rentensystem eingezahlt hat, erhält entsprechend weniger. Für Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, besteht oft gar kein Anspruch auf diese Leistung.
Die gesetzliche Absicherung ist daher als Basisnetz zu verstehen, nicht als vollständiger Einkommensschutz. Die Differenz zwischen staatlicher Leistung und tatsächlichem Bedarf wird als Versorgungslücke bezeichnet und sollte durch private Vorsorge geschlossen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeits- und Erwerbsminderungsversicherung?
Der wesentliche Unterschied liegt im Schutzumfang: Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben können. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hingegen greift erst, wenn Sie kaum noch irgendeiner Tätigkeit nachgehen können. Die BU schützt also Ihren konkreten Beruf, die Erwerbsminderungsrente schützt nur vor vollständiger Arbeitsunfähigkeit.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet in der Regel, wenn Sie zu einem bestimmten Prozentsatz, häufig 50 Prozent, nicht mehr in der Lage sind, Ihren bisherigen Beruf auszuüben. Entscheidend ist dabei: Der Versicherer kann Sie nicht auf eine andere, möglicherweise schlechter bezahlte Tätigkeit verweisen, sofern der Vertrag einen entsprechenden Verzicht auf abstrakte Verweisung enthält. Dieser Punkt ist im Einzelfall zu prüfen.
Gesetzliche Erwerbsminderungsrente
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente unterscheidet zwischen voller und teilweiser Erwerbsminderung, abhängig davon, wie viele Stunden täglich Sie noch irgendeiner Arbeit nachgehen können. Die Hürde ist hoch: Wer noch mehrere Stunden täglich arbeiten kann, erhält möglicherweise nur eine reduzierte Leistung oder gar keine. Zudem gelten Wartezeiten und Mindestbeitragszeiten als Voraussetzung.
Welche Versicherungen schützen mein Einkommen konkret?
Für den Einkommensschutz stehen mehrere Versicherungskonzepte zur Verfügung, die je nach Lebenssituation, Beruf und Gesundheitszustand unterschiedlich geeignet sind. Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als das umfassendste Instrument der Arbeitskraftabsicherung, ist aber nicht für jeden gleichermaßen zugänglich.
- Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Gilt als wichtigste private Absicherung der Arbeitskraft.
- Grundfähigkeitsversicherung: Leistet, wenn bestimmte körperliche Grundfähigkeiten wie Gehen, Sehen oder Sprechen verloren gehen. Oft eine Alternative für Berufsgruppen, die schwer versicherbar sind.
- Dread-Disease-Versicherung (Schwere-Krankheiten-Versicherung): Zahlt eine Einmalleistung bei der Diagnose bestimmter schwerer Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Eine günstigere Alternative zur BU, die jedoch erst bei vollständiger Erwerbsunfähigkeit leistet und damit einen engeren Schutz bietet.
- Krankentagegeldversicherung: Schließt die Lücke zwischen Ende der Lohnfortzahlung und Beginn des Krankengeldes, besonders relevant für Selbstständige ohne gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld.
Welches Konzept oder welche Kombination für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab und sollte in einer persönlichen Beratung geklärt werden.
Wie hoch sollte meine Einkommensabsicherung sein?
Als Faustregel gilt: Ihre Einkommensabsicherung sollte hoch genug sein, um Ihre laufenden Kosten zu decken und Ihre Altersvorsorge weiterzuführen, wenn das Erwerbseinkommen wegfällt. Viele Fachleute empfehlen, mindestens 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens abzusichern, wobei die tatsächlich sinnvolle Höhe im Einzelfall zu prüfen ist.
Dabei sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:
- Laufende feste Kosten wie Miete, Kreditraten und Versicherungsbeiträge
- Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kindern oder anderen Angehörigen
- Bestehende Rücklagen, die einen vorübergehenden Ausfall abfedern könnten
- Bereits bestehende Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder betrieblicher Vorsorge
- Geplante Ausgaben wie Immobilienfinanzierungen oder Ausbildungskosten für Kinder
Wichtig ist auch, die Absicherungshöhe regelmäßig zu überprüfen, da sich Lebensumstände, Einkommen und Verpflichtungen im Laufe der Zeit verändern.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, mein Einkommen abzusichern?
Der richtige Zeitpunkt für eine Einkommensabsicherung ist so früh wie möglich, idealerweise beim Einstieg ins Berufsleben. Je jünger und gesünder Sie beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind, desto günstiger sind in der Regel die Konditionen und desto geringer das Risiko, aufgrund von Vorerkrankungen eingeschränkt versichert zu werden. Dies ist als allgemeine Faustregel zu verstehen, keine absolute Regel.
Bestimmte Lebensphasen machen eine Überprüfung oder den erstmaligen Abschluss besonders relevant:
- Berufseinsteiger: Zu Beginn der Karriere besteht oft noch keine nennenswerte Absicherung, während die finanzielle Verantwortung wächst.
- Familiengründung: Mit Kindern oder einem gemeinsamen Haushalt steigt die Abhängigkeit vom eigenen Einkommen erheblich.
- Selbstständigkeit: Wer sich selbstständig macht, verliert den Schutz durch den Arbeitgeber und muss die Absicherung vollständig selbst organisieren.
- Immobilienkauf: Wer einen Kredit aufnimmt, trägt eine langfristige finanzielle Verpflichtung, die auch bei Einkommensausfall bedient werden muss.
Wer bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, sollte diese regelmäßig auf Aktualität prüfen. Veränderungen im Beruf, im Einkommen oder in der Lebenssituation können eine Anpassung des Schutzes sinnvoll machen.
Wie assekuron bei der Einkommensabsicherung unterstützt
Einkommensabsicherung ist kein Standardprodukt, sondern ein individuelles Konzept, das zu Ihrer Lebenssituation, Ihrem Beruf und Ihren finanziellen Zielen passen muss. Wir bei assekuron begleiten Sie dabei, den Überblick zu gewinnen und eine Absicherung zu entwickeln, die wirklich zu Ihnen passt.
- Wir analysieren Ihre bestehende Absicherung und zeigen auf, wo Lücken bestehen.
- Wir vergleichen Konzepte aus unserem Netzwerk von rund 600 Versicherern, ohne an einen bestimmten Anbieter gebunden zu sein.
- Wir erklären Ihnen verständlich, was die einzelnen Konzepte leisten und wo ihre Grenzen liegen.
- Wir begleiten Sie im Leistungsfall und übernehmen die Kommunikation mit dem Versicherer.
- Wir überprüfen Ihre Absicherung regelmäßig, damit sie mit Ihrer Lebenssituation Schritt hält.
Wenn Sie wissen möchten, wie gut Ihr Einkommen aktuell abgesichert ist, nehmen Sie gern ein Beratungsgespräch mit uns auf. Wir sind an vier Standorten in und um Aachen für Sie erreichbar.
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar — für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung sprechen wir gern persönlich mit Ihnen.
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