
09 Juli Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für die meisten Erwerbstätigen sinnvoll. Sie schützt das Einkommen, wenn eine Krankheit oder ein Unfall dauerhaft dazu führt, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Da die gesetzliche Absicherung in solchen Fällen oft nicht ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten, schließt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz: BU) diese Lücke. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um dieses Absicherungskonzept.
Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für alle Erwerbstätigen relevant, die auf ihr Arbeitseinkommen angewiesen sind. Das gilt für Angestellte ebenso wie für Selbstständige, Beamte und Freiberufler. Besonders wichtig ist die Absicherung für Personen, die keine oder nur eine geringe gesetzliche Absicherung im Fall einer Berufsunfähigkeit erhalten würden.
Laut Branchendaten ist eine der häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit nicht ein körperlicher Unfall, sondern eine psychische Erkrankung oder eine Erkrankung des Bewegungsapparats. Das bedeutet: Berufsunfähigkeit kann jeden treffen, unabhängig davon, ob jemand körperlich oder geistig arbeitet.
Besonders relevant ist eine BU-Absicherung für folgende Personengruppen:
- Berufseinsteiger und junge Erwerbstätige, die noch keine Rücklagen aufgebaut haben
- Selbstständige und Freiberufler, die keinen Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente haben oder nur geringe Ansprüche erworben haben
- Alleinverdiener in Familien, deren Einkommen die Grundlage für den Lebensunterhalt bildet
- Personen in körperlich anspruchsvollen Berufen, bei denen das Risiko einer Berufsunfähigkeit statistisch erhöht ist
- Akademiker und Fachkräfte, die ein hohes Einkommensniveau absichern möchten
Ob und in welchem Umfang eine BU-Versicherung für Ihre persönliche Situation sinnvoll ist, lässt sich im Einzelfall am besten in einem persönlichen Beratungsgespräch klären.
Was zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Leistungsfall?
Im Leistungsfall zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente, die vorab bei Vertragsabschluss vereinbart wird. Diese Rente wird ausgezahlt, sobald der Versicherte seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu einem bestimmten Grad, in der Regel zu mindestens 50 Prozent, nicht mehr ausüben kann.
Die vereinbarte BU-Rente soll den Einkommensausfall kompensieren und laufende Kosten wie Miete, Lebenshaltung und bestehende Versicherungsbeiträge abdecken. In einem solchen Fall könnte die monatliche Rente beispielsweise dazu beitragen, dass Sie Ihre finanzielle Unabhängigkeit bewahren, während Sie sich erholen oder eine neue berufliche Perspektive entwickeln.
Wichtig zu wissen: Die Leistung ist an den zuletzt ausgeübten Beruf geknüpft, nicht an eine allgemeine Erwerbsfähigkeit. Das bedeutet, dass ein Chirurg, der aufgrund einer Handverletzung nicht mehr operieren kann, Leistungen erhält, auch wenn er theoretisch noch andere Tätigkeiten ausüben könnte. Ob diese sogenannte abstrakte Verweisung im Vertrag ausgeschlossen ist, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab und ist im Einzelfall zu prüfen.
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung pro Monat?
Die monatlichen Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung variieren stark und lassen sich nicht pauschal nennen. Sie hängen von mehreren individuellen Faktoren ab, die gemeinsam den Beitrag bestimmen.
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehören:
- Eintrittsalter: Je jünger Sie beim Abschluss sind, desto geringer ist in der Regel der Beitrag, da das Risiko statistisch niedriger eingestuft wird.
- Beruf: Körperlich belastende Berufe werden von Versicherern in der Regel höher eingestuft als Bürotätigkeiten.
- Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können den Beitrag erhöhen oder zu Ausschlüssen führen. Eine individuelle Bewertung durch den Versicherer ist immer erforderlich.
- Höhe der vereinbarten BU-Rente: Eine höhere monatliche Rente führt zu einem höheren Beitrag.
- Laufzeit des Vertrags: Längere Laufzeiten, zum Beispiel bis zum Rentenalter, sind in der Regel teurer als kürzere.
Konkrete Beitragsangaben ohne Kenntnis Ihrer persönlichen Situation wären nicht seriös. Für eine realistische Einschätzung empfiehlt sich ein individuelles Beratungsgespräch, in dem Ihre Situation vollständig berücksichtigt wird.
Welche Klauseln sind in einer BU-Police besonders wichtig?
In einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind bestimmte Vertragsklauseln besonders relevant, weil sie darüber entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen Sie im Leistungsfall tatsächlich Geld erhalten. Nicht alle Policen sind gleich aufgebaut, weshalb ein genauer Blick auf die Bedingungen wichtig ist.
Verzicht auf abstrakte Verweisung
Diese Klausel stellt sicher, dass der Versicherer Sie im Leistungsfall nicht auf einen anderen, theoretisch noch ausübbaren Beruf verweisen darf. Ohne diesen Verzicht könnte der Versicherer die Zahlung verweigern, wenn Sie zwar Ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, aber noch irgendeine andere Tätigkeit theoretisch möglich wäre.
Rückwirkende Leistung und Nachversicherungsgarantie
Eine rückwirkende Leistungsklausel sorgt dafür, dass die BU-Rente auch für den Zeitraum gezahlt wird, in dem die Berufsunfähigkeit bereits bestand, aber noch nicht anerkannt war. Die Nachversicherungsgarantie ermöglicht es Ihnen, die vereinbarte Rente bei bestimmten Lebensereignissen, zum Beispiel Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserhöhung, ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
Weitere relevante Klauseln sind unter anderem die Regelungen zur Meldefrist, zur Leistungsdauer sowie zur Beitragsdynamik, die dafür sorgt, dass Ihre Absicherung mit der Inflation Schritt hält. Welche Klauseln für Ihre Situation besonders wichtig sind, ist im Einzelfall zu prüfen.
Was passiert, wenn man keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat?
Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat und berufsunfähig wird, ist auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente angewiesen. Diese fällt in vielen Fällen deutlich geringer aus als das bisherige Einkommen und reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten.
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente greift zudem nur unter bestimmten Voraussetzungen und ist an strenge Bedingungen geknüpft. Wer weniger als drei Stunden täglich irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann, erhält die volle Rente. Wer noch drei bis sechs Stunden arbeiten kann, erhält nur die halbe Rente. Auf den zuletzt ausgeübten Beruf kommt es dabei nicht an.
Ohne private Absicherung drohen im Ernstfall:
- Ein erheblicher Einkommenseinbruch, der laufende Verpflichtungen wie Miete oder Kredite gefährdet
- Der Abbau von Ersparnissen oder Altersvorsorge, um den Lebensunterhalt zu sichern
- Finanzielle Abhängigkeit von Angehörigen oder staatlichen Leistungen
Für Selbstständige und Freiberufler ist die Situation besonders kritisch, da sie häufig keinen oder nur einen sehr geringen Anspruch auf gesetzliche Leistungen haben.
Wann sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
Als Faustregel gilt: Je früher, desto besser. Der ideale Zeitpunkt für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist in jungen Jahren, idealerweise beim Berufseinstieg oder sogar schon während der Ausbildung oder des Studiums. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gesundheitszustand in der Regel gut, was die Chancen auf günstige Konditionen und einen umfassenden Versicherungsschutz erhöht.
Mit zunehmendem Alter steigt nicht nur das statistische Risiko einer Erkrankung, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass Vorerkrankungen zu Ausschlüssen oder Beitragszuschlägen führen. Wer den Abschluss zu lange aufschiebt, riskiert, im entscheidenden Moment keinen oder nur einen eingeschränkten Versicherungsschutz zu erhalten.
Besonders sinnvolle Zeitpunkte für den Abschluss sind:
- Beginn der Ausbildung oder des Studiums
- Einstieg ins Berufsleben
- Familiengründung oder Heirat
- Aufnahme eines Immobilienkredits
- Wechsel in die Selbstständigkeit
Auch wer diese Zeitpunkte bereits hinter sich hat, sollte nicht zögern: Ein späterer Abschluss ist besser als gar keiner. Wann der richtige Zeitpunkt für Sie persönlich ist, hängt von Ihrer individuellen Lebenssituation ab und lässt sich am besten in einem persönlichen Gespräch klären.
Wie assekuron bei der Berufsunfähigkeitsversicherung unterstützt
Die Wahl des richtigen Absicherungskonzepts bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist komplex. Beiträge, Klauseln und Leistungsbedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter erheblich, und was für eine Person passt, muss für eine andere nicht die richtige Lösung sein. Wir bei assekuron begleiten Sie dabei, den Überblick zu behalten und ein Konzept zu finden, das wirklich zu Ihrer Lebenssituation passt.
- Unabhängige Marktübersicht: Wir arbeiten mit rund 600 Versicherern zusammen und sind an keinen bestimmten Anbieter gebunden. So vergleichen wir für Sie den Markt ohne Interessenkonflikt.
- Individuelle Bedarfsanalyse: In mehreren Gesprächen lernen wir Ihre persönlichen Ziele, Ihren Beruf und Ihre finanzielle Situation kennen, bevor wir ein Absicherungskonzept erarbeiten.
- Klauselprüfung: Wir erklären Ihnen, welche Vertragsklauseln für Ihre Situation relevant sind, und helfen Ihnen, die Bedingungen zu verstehen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
- Unterstützung im Leistungsfall: Sollte der Fall der Berufsunfähigkeit eintreten, begleiten wir Sie bei der Schadenmeldung und der Korrespondenz mit dem Versicherer.
Wenn Sie wissen möchten, welches Absicherungskonzept zu Ihrer Situation passt, freuen wir uns auf ein Beratungsgespräch mit Ihnen.
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar — für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung sprechen wir gern persönlich mit Ihnen.
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